FUTUROMUNDO INNO: Impulse für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Europas Zukunft
Innovation entsteht nicht in einem einzigen Moment. Sie beginnt mit der Fähigkeit, Veränderungen zu erkennen, bestehende Denkmuster zu hinterfragen und neue Lösungen mutig in die Anwendung zu bringen. Genau darum ging es bei FUTUROMUNDO INNO – European Innovation Summit, das am 26. Juni 2026 im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg in Stuttgart stattfand.
Das Steinbeis Europa Zentrum gestaltete die Konferenz als Partner des Enterprise Europe Network Baden-Württemberg innerhalb des FUTUROMUNDO Festivals und brachte Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Technologie zusammen. Im Mittelpunkt stand eine zentrale Frage: Wie können Unternehmen in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, struktureller Transformation und wachsendem Wettbewerbsdruck innovations- und wettbewerbsfähig bleiben?
Ein erster wichtiger Schritt im Innovationsprozess ist die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Prof. h.c. Dr. Jonathan Loeffler, CEO des Steinbeis Europa Zentrums, eröffnete die Konferenz und setzte den Rahmen für einen Tag, der Innovation nicht nur als technologische Entwicklung, sondern als strategische und gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe verstand. Wie wichtig Resilienz und Anpassungsfähigkeit dabei sind, zeigte Prof. Dr. Marcus Bölz mit seinem Blick auf den Fußball: Erfolgreiche Teams reagieren schnell auf Veränderungen, lernen aus Rückschlägen und bleiben auch unter Druck handlungsfähig – Fähigkeiten, die auch Unternehmen in Transformationsprozessen brauchen.
Innovation braucht aber nicht nur Resilienz, sondern auch Orientierung. Benjamin Schwarz richtete den Blick auf europäische Lösungen für eine lebenswerte Zukunft und machte deutlich, dass viele Antworten auf aktuelle Herausforderungen bereits existieren. Die eigentliche Aufgabe liegt darin, diese Lösungen sichtbar zu machen, zu verknüpfen und konsequent umzusetzen.
Der nächste Schritt ist das radikale Neudenken. Petra Seppi vom NOI Techpark Südtirol/Alto Adige zeigte, dass tiefgreifender Wandel auch neue Formen von Innovation erfordert. Es reicht nicht, bestehende Prozesse leicht zu verbessern – gefragt sind Ansätze, die neue Perspektiven eröffnen und Veränderung bewusst gestalten. Dazu gehört auch eine Innovationskultur, die Experimentieren zulässt. Genau diesen Punkt griff Sascha Kurfiss von XQ Digital auf: Technologischer Fortschritt ist nicht nur eine Frage neuer Tools, sondern auch eine Frage von Haltung, Kultur und der Bereitschaft, Neues auszuprobieren.
Wie unterschiedlich Innovation in der Praxis aussehen kann, machten die Unternehmensbeispiele von 3D Global, PerMediQ und Hyfindr deutlich. Ob brillenfreie 3D-Displays, datengetriebene Medizin oder Wasserstoffwirtschaft – Innovation wird dort wirksam, wo technologische Möglichkeiten mit konkreten Anwendungen, Märkten und Bedarfen zusammenkommen.
Ein weiterer zentraler Punkt war die Frage, wie Europa seine Wettbewerbsfähigkeit stärken kann. Prof. Dr.-Ing. Sven Schimpf vom Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung zeigte in seinem Impuls, dass Innovationsfähigkeit von vielen Stellhebeln abhängt: von Strategie, Prozessen und Unternehmenskultur ebenso wie von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Fachkräften, Kooperationen und geeigneten Standortbedingungen. Wettbewerbsfähigkeit entsteht also nicht allein durch einzelne Technologien, sondern durch das Zusammenspiel von Rahmenbedingungen, Geschwindigkeit, Umsetzungskompetenz und Innovationskultur.
Diese Perspektive wurde in der Diskussion zu „Europas Weg zur Wettbewerbsfähigkeit“ weiter vertieft. Mit Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg, Dr. Andreas Schwarz, Kabinettchef der EU-Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation, sowie Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmer BW, Bankenverband BW, IHK BW und Genossenschaftsverband wurde deutlich: Europa verfügt über großes Innovationspotenzial – entscheidend ist, wie schnell Ideen in tragfähige Geschäftsmodelle, neue Wertschöpfung und konkrete Lösungen überführt werden.
Damit Innovation den Weg von der Idee zur Anwendung schafft, braucht es jedoch mehr als gute Ideen. Valerie Bahr vom Steinbeis Europa Zentrum zeigte, dass High-Performance Innovation auch die richtigen Partner, passende Förderwege und eine klare Verwertungsstrategie braucht. Innovation ist damit immer auch ein Prozess der Vernetzung: zwischen Unternehmen, Forschung, Finanzierung, Beratung und internationalen Märkten.
Weitere Impulse von Dominik Hanisch, Dr. Manuel Stein und Torsten Schrank zeigten, wie Innovationsprozesse konkret gestaltet werden können – von wirksamen Methoden über KI-basierte Echtzeit-Skeletterkennung bis hin zu digitalen Avataren und vertrauenswürdigen KI-Anwendungen. Dabei wurde deutlich: Neue Technologien entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie in konkrete Anwendungsfelder übersetzt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Zum Abschluss rückte die Rolle von Künstlicher Intelligenz als Co-Innovatorin in den Mittelpunkt. Silvia Hernandez, Lucy Dinu, Susanne Romanowski und Martin Mall beleuchteten, wie KI Innovationsprozesse, Führung und Kreativität verändert. Mensch und Maschine werden dabei nicht als Gegensätze verstanden, sondern als Partner in neuen Formen der Zusammenarbeit. Gleichzeitig braucht es neue Kompetenzen, Verantwortung und Gestaltungskraft, damit KI nicht nur Effizienz steigert, sondern echte Innovationsräume eröffnet.
Neben den Impulsen auf der Bühne bot FUTUROMUNDO INNO viel Raum für Austausch, Vernetzung und konkrete Unterstützung. An den Ständen von WM-KMU Innocheck, dem Enterprise Europe Network und dem Steinbeis Europa Zentrum konnten sich Teilnehmende über Beratungsangebote und Fördermöglichkeiten informieren – ein wichtiger Schritt, damit aus Inspiration konkrete Innovationsvorhaben werden.
FUTUROMUNDO INNO hat gezeigt: Innovation ist kein linearer Ablauf, sondern ein Zusammenspiel aus Haltung, Technologie, Strategie, Kooperation und Umsetzungskraft. Sie beginnt mit neuen Perspektiven, wächst durch Austausch und wird dort wirksam, wo Menschen, Märkte und Technologien zusammenfinden. Genau darin liegt die Chance für ein wettbewerbsfähiges und zukunftsfähiges Europa.