Forschung Förderung

Phenowex - Brückenbauer für die Pflanzenforschung: NRW.Europa-Team hilft beim Aufbau eines europäischen Phenotyping-Netzwerks

Vom ersten Impuls bis zur Bewilligung: Über das Enterprise Europe Network (EEN) brachte das NRW.Europa-Team bei ZENIT im Jahr 2023 die türkische Ege University und das Forschungszentrum Jülich zusammen und ebnete damit den Weg für ein Kooperationsnetzwerk, das Wissenstransfer und Hochdurchsatz-Pflanzenphänotypisierung in Europa beschleunigt.

Seit den Anfängen der Landwirtschaft wählen Menschen Pflanzen nach beobachtbaren Merkmalen aus. Diese Tradition ist zur Disziplin der „Pflanzenphänotypisierung“ gereift: Sie kombiniert Agronomie, Pflanzenphysiologie und Züchtung, um Merkmale wie Ertrag, Qualität oder Stresstoleranz präzise zu erfassen. Angesichts von Klimawandel, wachsender Weltbevölkerung und geopolitischer Unsicherheiten müssen geeignete Genotypen heute schneller, verlässlicher und kosteneffizienter identifiziert werden. Genomische Verfahren – etwa QTL-Kartierung und GWAS – haben die markergestützte Selektion professionalisiert; nun gilt es, Mess- und Analysekapazitäten europaweit zu vernetzen und verfügbar zu machen.

Genau hier setzt die Kooperation „Ausbau eines kooperativen Netzwerks für Wissensaustausch und Technologietransfer zur Hochdurchsatz-Pflanzenphänotypisierung in Europa“ an. Den Auftakt machte das Enterprise Europa Network-Büro der Ege University in Izmir: Bei einem Informationstag stellte es Forschenden die Budgetmechanismen, Aufrufdetails und den Antragsprozess der europäischen Horizont-Widera-Förderprogramme vor. Einer der Wissenschaftler formulierte Interesse an einem Twinning-Vorhaben. Die Projektidee wurde geprüft, als zum Förderprogramm passend eingestuft und über das EEN veröffentlicht.  

NRW.Europa-Support
An dieser Stelle kam das NRW.Europa-Team bei ZENIT als Matchmaker ins Spiel. ZENIT sichtete das Profil und leitete es an geeignete deutsche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner weiter. Ergebnis: Eine Interessenbekundung des Forschungszentrums Jülich traf ein. Das dort angesiedelte Institut für Pflanzenwissenschaft ist wegen seiner exzellenten Expertise in unter- und oberirdischen Pflanze-Umwelt-Interaktionen sowie seiner Stärken in Technologieentwicklung, Ingenieurwesen und Bioinformatik weltweit führend in der Phänotypisierung. ZENIT übermittelte das Interesse an die türkische Universität, stellte den direkten Austausch her – schnell, strukturiert und ergebnisorientiert.

Aus dem ersten Kontakt wurde ein schlagkräftiges Konsortium, in dem die Partner Rollen, Meilensteine und einen belastbaren Workplan schärften: Den Kern bilden gemeinsame Experimente, Training Schools, Workshops, Hospitationen und ein systematischer Technologietransfer. Der Antrag wurde fristgerecht im Twinning HORIZON-WIDERA-Aufruf eingereicht und positiv evaluiert.

Nutzen
Die Gesamtförderung des Projektes im Bereich der "HORIZON Coordination and Support Actions" mit Partnern aus der Türkei, Zypern, Italien, den Niederlanden und Deutschland umfasst Fördermittel in Höhe von 1.436.237,06 Euro für die Laufzeit von 01.07.2024 bis 30.06.2027.  Der erwartete Impact reicht über die Projektlaufzeit, die im Juni 2027 endet, hinaus. Das Netzwerk harmonisiert Standards, schafft interoperable Datenflüsse und eröffnet niedrigschwellige Zugänge zu Infrastrukturen der Hochdurchsatz-Phänotypisierung. Für Züchtung und Pflanzenforschung heißt das: schnellere Identifikation passender Genotypen unter dynamisch wechselnden Umweltbedingungen, robustere Sorten und ein beschleunigter Transfer vom Labor aufs Feld. Gleichzeitig stärkt die Kooperation Europas Souveränität in Schlüsseltechnologien. Und sie zeigt beispielhaft, wie präzises das Matching im Enterprise Europe Network wirkt: von der Bedarfsanalyse über das Sichtbarmachen der Idee bis zur erfolgreichen Bewilligung – mit Aussicht auf Folgeprojekte, die den Austausch und den Technologietransfer weiter vertiefen.

Flankierend dazu fanden in Jülich im vergangenen Jahr mehrere Short-Term Scientific Missions (STSMs) mit Beteiligung von Forschenden aus der Türkei und Zypern statt. Darüber hinaus ist für den 15. bis 17. Juni 2026 ein Workshop zu „Guidelines and Protocols for High-Throughput Phenotyping“ geplant, der den Austausch zu methodischen Standards und Best Practices weiter vertiefen soll.

„Das NRW.Europa-Team bei ZENIT hat uns dabei unterstützt, Konsortialpartner des Projektes zu werden. Ohne den wertvollen Hinweis auf die Ausschreibung wären wir nicht Partner geworden.“ 
Dr. Onno Muller, Projektleiter von PHENOWEX am FZ Jülich


Kontakt zum Forschungsprojekt: PHENOWEX

Allgemeine Projektwebseite: The Project – PHENOWEX


Kontakt zum Forschungszentrum Jülich:
Dr. Onno Muller


Kontakt zum NRW.Europa-Team:

ZENIT GmbH / Enterprise Europe Network
in Nordrhein-Westfalen NRW.Europa 
Astrid Pauli
Telefon: 0208 30004-42
E-Mail: Astrid.Pauli@zenit.eu