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Auf dem Weg zur Normung: Das innovative Prüfverfahren der Firma Imprintec

Was muss ein junges, innovatives Unternehmen mit einer guten Idee tun, um ein neues Verfahren zu etablieren, dem die mittelständische Kundschaft  noch skeptisch gegenüber steht? Eine Antwort fand die Firma Imprintec aus Bochum in einer Innovationsmanagementberatung des NRW.Europa-Teams bei ZENIT.

Kern-Knowhow des 2013 aus der Ruhr-Universität Bochum ausgegründeten Unternehmens ist es, anders als bei den derzeit am Markt üblichen Zugversuchen zur Ableitung von Festigkeitseigenschaften, einen 3-D-Ober­flächenabdruck zu vermessen und mittels Verformungssimulation zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen (unter 5% Abweichung für die Zugfestigkeit Rm). Gegenüber der Alternative „Umwerte-Tabellen“ (DIN 18265) verfügt das Imprintec-Eindruckverfahren über eine höhere Genauigkeit und einen breiteren Anwendungsbereich an Werkstoffen. Das 3-D-Abdruckverfahren hat nachgewiesene Anwendungspotenziale vor allem bei metallischen Werkstoffen wie Stahl, Aluminium, Magnesium und Titan.

Dadurch wird dem anwendenden Unternehmen viel Zeit und Geld gespart bei qualitativ nahezu vergleichbaren Ergebnissen. Zudem ist eine Einbindung dieses qualitätssichernden Verfahrens in die Serienproduktion denkbar, was enorme Skaleneffekte verspricht. Derzeit ist Imprintec vor allem als Meßdienstleister unterwegs.



Bild: Dreidimensionale Vermessung eines Härteeindrucks: Bauteile oder Werkstoffproben lassen sich an nahezu beliebigen Stellen punktgenau und schnell überprüfen; Quelle: Qualitätssicherung 4.0: Innovative Härtemessung statt Zugversuch; in VDI-Z 159 (2017), Nr. 5, S. 28

 

Da das Verfahren noch nicht normiert ist, stößt es im anwendungsrelevanten Mittelstand zurzeit noch auf große Akzeptanzprobleme. Firmengründer Dr. Benjamin Schmaling nutzte das Angebot der intensiven Innovationsmanagementberatung Enhancing innovation management capacities of sme (EIMC) des Enterprise Europe Network, indem er zunächst ein internetgestütztes Innovationsaudit (www.nrweuropa.de/Innovationsaudit) durchführte. Das anschließende Beratungsgespräch legte das Thema Vertrieb als dringlichsten Optimierungsbereich offen.

Die Innovationsmanagement-Experten schlugen einen strategischen Beratungsansatz vor, der auf eine Unterstützung der Vertriebsaktivitäten durch die Etablierung des Eindruckverfahrens im Markt abzielt. Dazu gehörte unter anderem der Hinweis auf und die Unterstützung bei der Nutzung des DIN-Spec-Antragsverfahrens. Würde dieses positiv beschieden, wäre das Verfahren wissenschaftlich untermauert und könnte Kunden mit kontrollierter Prüfsicherheit überzeugen. Leider wäre dieses Vorgehen mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden gewesen, aber auch hier fanden die NRW.Europa-Experten eine Lösung. Sie stießen auf „DIN-Connect“, ein Förderprogramm, das nicht nur die Antragstellung, sondern auch nachfolgende Praxistests finanziert. In einem gemeinsamen Brainstorming wurden die notwendigen Antragsinhalte erarbeitet, ein zweites Gespräch fand zur Vorbereitung einer Präsentation vor der Jury in Berlin statt. Den positiven Förderbescheid erhielt Benjamin Schmaling Anfang Dezember.


„Das gemeinsame Beratungsprojekt mit ZENIT hat uns über das angestoßene DIN-Spec-Verfahren eine weiteren großen Schritt in Richtung Marktetablierung unseres 3D-Eindruckverfahrens gebracht, der das Vertrauen weiterer mittelständischer Unternehmen in unsere qualitativ gleichwertige und zugleich schnellere und kostengünstige Werkstoffprüfung stärken wird.“

Dr. Benjamin Schmaling, geschäftsführender Inhaber der Firma Imprintec in Bochum

 

Kontakt:

Dr. Tobias Grimm, Dr. Bernhard Iking
ZENIT GmbH / Enterprise Europe Network
für Nordrhein-Westfalen NRW.Europa
Telefon: 0208 30004-82
Email: tg(at)zenit.de
www.zenit.de
www.nrweuropa.de


Kontakt zum Unternehmen:

Imprintec - Material Testing Solutions
Dr.-Ing. Benjamin Schmaling
Inhaber
Technologiezentrum Ruhr (TZR)
Universitätsstraße 142
44799 Bochum
Telefon: 0234-97041401
Email: schmaling(at)imprintec.de
www.imprintec.de